Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks

Verfasst am 26/08/2011

Selbst vielen deutschen Literaturwissenschaftlern dürfte ein Name nicht unbedingt geläufig sein. Thomas Wolfe wurde 1900 in Asheville geboren und lebte nur bis zum Jahr 1938. Trotz seines kurzem Lebens, schrieb er ein Buch, dass zu den großen amerikanischen Romanen gehört: „Schau heimwärts, Engel“ von 1929. Nun hat der Manesse-Verlag eines seiner zurückgebliebenen Bücher aus den Archiven herausgeholt, übersetzt und veröffentlicht.

„Die Party bei den Jacks“ schildert auf 350 Seiten einen Tag im Leben eines reichen New Yorker Ehepaars. Nun mag an der Stelle die Frage erlaubt sein, was an diesem Ehepaar so besonders ist, außer dem Geld. Er schildert nicht irgendeinen Tag im Mai 1928, sondern einen kurz vor dem Börsencrash im damaligen Jahr.

Der Mann Bankier, die Frau eine berühmte Bühnenbildnerin. Wolfe schildert ihr Leben im Roman irrwitzig und mit subtiler Ironie, wie Mister und Misses Jack immer wieder Ereignisse merken, die kurz aufstoßen und dann wieder verschwinden. Ein kurzes Beben aus den Schächten der U-Bahn, ein kleines Feuer auf einer Party und ein Albtraum vom Mister Jack, der ihn an sein Kindheit erinnern sollte und ihn an den Wohnort als Kind zurückführt. All das blieb unkommentiert von den beiden – besonders von Mister Jack. In dem Buch werden besonders Gefühle mit großen Worten geschildert, mit einem sehr großen Wortschatz ausgeschmückt nimmt Wolfe alle die, die nach Macht und Geld streben auf das Korn und entblößt sie auf eine spöttische Art und Weise.

Damals wollte er den typischen amerikanischen Geschäftsgeist ansprechen, der nur wenige reich machte, allerdings viel in den Abgrund riss. Auch heute hat das Thema nichts von seiner Aktualität verloren, auch wenn Wolfe schon längst tot ist. Damals galt das Werk in Amerika als Anzeichen für den Börsencrash 1928 und dürfte auch mehr in den Mittelpunkt von Literaturwissenschaftlern gelangen, da die aktuelle Diskussion um Finanzkrisen und Co. brisanter wird.

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