Ein Portrait: Stanislaw Lem

Verfasst am 11/01/2012

Science Fiction © innovari - Fotolia.com

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Stanislaw Lem, der Name steht für Science Fiction, für Zukunftsvisionen und für mitunter grotesken Humor. Der polnische Autor und Essayist, der im Jahr 2006 nach längerer Krankheit verstorben ist, wurde 1921 mit einem IQ von 180 im polnischen Lemberg geboren. Der eigentliche Berufswunsch war Mediziner, er wollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. Dieser Plan wurde durch den Nationalsozialismus vereitelt, nach dem Zweiten Weltkrieg hat er sein Studium zwar noch einmal kurz aufgenommen, in den 1950er Jahren begann er jedoch bereits, schriftstellerisch zu arbeiten.

Ein Held seiner Kindheit war Jules Verne, der französische Schriftsteller, der sich genauso wie Lem später mit der Science Fiction beschäftigt hat und mit Romanen wie 20.000 meilen unter dem Meer weltbekannt wurde. Von ihm wird Stanislaw Lem das Interesse an Technik, Erfindungen und Zuklunftsvisionen übernommen haben. Der erste Roman Lems erschien 1951 unter dem Titel ‘Astronauci’, zu Ehren des 60. Jahrestages hat Google dem Schriftsteller kürzlich ein interaktives Doodle gewidmet. Bekannt wurde Lem vor allem mit seiner Figur Ijon Tichy, der als Astronaut den Weltraum bereist hat. Der Roman Solaris, der um einen Planeten handelt, der in Interaktion mit menschen treten kann und damit eine komplette Raumstation ins Verderben stürzt, wurde sogar gleich zweimal verfilmt, wobei die russische Variante längst nicht so erfolgreich war wie die Blockbuster-Variante mit George Clooney in der Hauptrolle.

Lems Werke sind voller Vorausahnungen, in welche Richtung sich die Welt und die Technik entwickeln wird, viele für uns heute selbsterständliche Errungenschaften wie das Internet hat er bereits vor Jahrzehnten vorausgesehen. Eine Sache, die dem kürzlich verstorbenen Schriftsteller jedoch Kopfzerberechen bereitete, war die vollkommene Kommerzialisierung der Wissenschaft. Dass die Menschheit Erfindungen nicht mehr gemacht hat, um den Allgemeinwohl voranzubringen, sondern nur noch aus kapitalisitischen Gründen, konnte der Schriftsteller nicht verstehen, das ist selbst in seinen teilweise sehr düsteren Romanen nicht passiert.

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